Ein Wort: Harrods. Wer schon einmal da war, weiß jetzt schon Bescheid und kann eigentlich die nächsten Zeilen überspringen. Der Rest lässt sich sagen, dass dieses Kaufhaus der Wahnsinn ist. Selbst ich hab geschlagene anderthalb Stunden darin verbracht, und das will schon was heißen. Im Food Store hätte man mich gern einschließen dürfen, die Schokoladenabteilung konnte man schon in einigen Metern Entfernung riechen und die Buchabteilung hätte ich am Liebsten leergekauft. Man kann dort Möbel kaufen, die aussehen wie aus einem Film (okay, einem ziemlich alten Film), in der Spieleabteilung nach albernen Mitbringseln suchen und sich mit Sportgeräten im Wert von einigen tausend Pfund eindecken. Irgendwann kauf ich mir dieses Teil, von dem man sich durch das weite Meer ziehen lassen kann, und damit meine ich keinen Kite. Und auch ohne in einer bestimmten Abteilung zu sein, hat man was zu sehen: Der Egyptian Escalator wird sogar ausgeschildert, Rolltreppen führen durch ein Treppenhaus in ägyptischem Stil. Mit zu viel Gepäck sollte man übrigens nicht einkaufen gehen, ich musste meinen Rucksack absetzen und an der Hand durch die Gegend tragen. For safety reasons. Sure… Ich frag mich nur, wie das Leute machen, die auch tatsächlich etwas kaufen wollen. Und muss ich eigentlich noch erwähnen, dass ich mich auch an diesem Ort wiederholt rettungslos verfranst habe?
Vor dem englischen Bindfadenregen draußen flüchtete ich mich schnell zum National History Museum, das zufällig um die Ecke lag. Leider war ich nicht die einzige mit dieser Idee, insbesondere gefühlte tausende von Eltern mit Kleinkindern hatten sich diesen Tag ausgesucht, das Museum unsicher zu machen. Furchtbar anstrengend. Und außerdem waren die lieben Kleinen immer an genau den Learning-By-Doing-Experimentiergeräten, die ich gerade ausprobieren wollte. Den scheinbar meistbevölkerten der drei Museumsteile hab ich aus Zeitmangel von Vornherein ausgelassen, kann man ja irgendwann mal nachholen. Das National History Museum gehört zu der Reihe Londoner Museen, die keinen Eintritt kosten. Am meisten gefallen haben mir der nachgebildete Regenwald und die lebensechte Erdbebensimulation. Wenn plötzlich der Fußboden wackelt… hui!
Zum Mittagessen machte ich das nächste All-You-Can-Eat unsicher, diesmal gab’s lecker indisches Essen für 6,60 Pfund, ohne Getränk. Gegen Ende muss ich irgendwas falsch gemacht haben, der Kellner erschien mir plötzlich ziemlich kühl. Ich werd doch nicht zu viel gegessen haben?
Nächster Halt: 221 B Baker Street, Sherlock Holmes. Nunja, Sherlock Holmes Museum und Souvenirladen, um genau zu sein. Schon der Laden war sehr liebevoll ausgestattet, ich hab mir ein Buch gekauft, die Pfeifen liegengelassen und mir auch das Museum für ein anderes Mal aufgehoben / aufheben müssen. Fast daneben befindet sich der Beatles Store, der auch Touren durch London anbietet. Am nächsten Tag wollte ich an einer solchen teilnehmen. Meine nächste tolle Entdeckung war das Museum of London im Barbican Centre. Ich kam kurz vor Schluss, konnte also nur mal kurz die Nase reinstecken, aber das sah schon sehr aufwendig und abermals liebevoll gemacht aus, da wollte ich unbedingt noch einmal hin.
Zum Abschluss dieses Eintrages gibt es noch ein paar meiner Random Notes, a.k.a. diverse Beobachtungen:
- Barbican Centre ist eigentlich wirklich nicht besonders hübsch mit seinen grauen Wohnhäusern, wird aber durch ein paar Dinge aufgewertet: eine sehr hübsche Kirche, Wasserbecken innerhalb der Häusercarrees, Pflanzen auf nahezu allen Balkonen. Lediglich bessere Beschilderung wäre wie immer wünschenswert.
- In der Tube ist mir ein Schild aufgefallen. Aufschrift: „If you see somebody vandalizing, call XXXXXXX“, darunter die Abbildung eines Hubschraubers. Hatte darauf einen lustigen Tagtraum, mit Hubschraubern, die durch Tubetunnel fliegen und Graffitisprayer jagen.
- Auch meist in der Tube hängen Werbeplakate für den Dienst als Special Constable, was ich für so eine Art freiwillige Hilfspolizisten halte. To make London a safer place, Einsatzzeiten ab 16 Stunden pro Monat, mit vorheriger Polizeiausbildung.
- Notiz an mich selbst: Niemals den Rucksack in der Station vergessen, er würde heutzutage vermutlich ohne weitere Umstände vorsorglich in die Luft gesprengt werden.